Das Steinzeithaus



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Wohnen wie in der Steinzeit

Da wir in unserer Bildungsstätte Seminare zum Thema „Steinzeitmenschen“ anbieten, wollten wir unser Konzept „Bildung mit allen Sinnen“ auch in der Einheit „steinzeitliches Wohnen“ weiterführen. Leider überstieg unsere Vorstellung von einem Rohbau, an dem man mit Kindern und Jugendlichen weiterarbeiten kann, unsere finanziellen Mittel. Daher haben wir uns entschlossen die entsprechenden Mittel bei der Aktion Mensch e.V. (früher Aktion Sorgenkind) zu beantragen.
Nachdem wir die Bewilligung der Mittel tatsächlich bekommen hatten, wurde das Projekt, also die Erstellung des Rohbaus, in dem Zeitraum 01. Februar 2006 bis 31. Mai 2007 umgesetzt. „Fertig“ wird ein Projekt wie dieses ohnehin nie. Aber das ist auch nicht vorgesehen. Die Arbeit in und um dieses Haus soll als lebendiger Baustein in die Bildungsarbeit einfließen.

Die Planungsphase

Zunächst haben wir uns mit unseren Experten darüber beraten, welche Bauform für uns die richtige sein könnte. Wir interessierten uns für einen Pfahlbau im Wasser, da wir über zwei Teiche auf dem Gelände verfügen, haben uns aber aus praktischen und Sicherheitsaspekten dagegen entschieden. Entschieden haben wir uns für einen 6-Pfosten-Bau.
Anschließend sind wir über verschiedene Ansprechpartner an die Außenstelle des rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege Titz und seinen Leiter Dr. Geilenbrügge gelangt. Dort gibt es einige Nachbauten, die in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen, Student/innen und von einigen engagierten Technikern entstanden sind. Dr. Geilenbrügge verwies uns auf den Tag der offenen Tür am 19. August 2006, um uns die Pfahlbauten anzuschauen und mit Herr Jansen, einem beteiligten Techniker, über Kosten und Umfang ihres Projektes reden zu können. Trotz begrenzter Zeit, haben wir einige wertvolle Tipps bekommen.
Die „Baupläne“ haben wir schließlich im Internet und in einem Artikel über experimentelle Archäologie in einer wissenschaftlichen Zeitschrift recherchiert. Anhand der Zeichnungen haben wir die benötigte Materialmenge berechnet.
Wir haben uns auf dem Gelände der Jugendbildungsstätte einen Platz gesucht, auf dem sowohl genug Platz für das Haus und eine Lehmgrube (zum Stampfen des Stroh-Lehm-Gemisches für die Wände) ist, als auch ein Ort, der von Gästen der Jugendbildungsstätte sowie von Spaziergängern im angrenzenden Wald gleichermaßen wahrgenommen wird.
Anschließend haben wir Kontakt zum Bürgermeister von Sonsbeck aufgenommen. Er hat uns zugesagt, uns Leute und Maschinen zur Verfügung zu stellen, die den Platz roden und uns zwei Baugruben ausheben können.
Vom zuständigen Forstamt Wesel haben wir anhand der Zeichnungen etc. die Erlaubnis erhalten, das Haus an dem von uns ausgesuchten Platz zu bauen.

Die Bauphase

Nun konnten wir endlich anfangen. Leider teilte unser zuständiger Förster erst jetzt mit, dass er uns die gewünschte Holzmenge erst im Januar zur Verfügung zu stellen kann.
Der Sturm „Kyril“ kam uns am 18.01.07 dazwischen. Im direkt angrenzenden Tüschenwald sowie in den umliegenden Waldgebieten kam es zu massiven Schäden. Die Schäden waren so groß, dass der angrenzende Wald lange gesperrt wurde. Die Aufräum- und Sicherungsarbeiten hatten eine höhere Priorität als die Holzlieferung und der Förster eröffnete, dass er sich nicht in der Lage sähe, das bestellte Holz vor dem Herbst zu liefern. So lange konnten und wollten wir nicht warten. Das Holz bekamen wir schließlich teilweise über die Firma Helmes und teilweise im Baumarkt.
Begonnen wurde schließlich mit der vereinbarten Rodung des Geländes durch die Gemeinde Sonsbeck. Als dann die Baulöcher ausgehoben waren, liefen sie mit Grundwasser voll. Wir hatten das Haus bewusst in der Nähe unseres Bachs geplant, da nicht nur den Steinzeitmenschen die Arbeit durch Wasser in der Nähe erleichtert wurde. Nun mussten wir das Haus ein ganzes Stück zum Wegesrand hin versetzen und die Löcher neu ausheben. Des Weiteren behalfen wir uns mit einer kleinen Ablaufrinne zum Bach.
Da wir vorwiegend mit Holzresten arbeiten mussten, die uns preisgünstig zur Verfügung gestellt wurden, sind die Stämme etwas dicker ausgefallen, als wir geplant hatten. Deshalb konnten wir leider nicht immer so originalgetreu arbeiten, wie wir es gerne gewollt hätten. Die Sicherheit ging vor. Selbst in der Bauphase mussten wir immer wieder umplanen. Zwar verfügten wir über verschiedene Experten, Informationen aus dem Internet und auch Artikel aus Fachzeitschriften, aber der Teufel saß im Detail.
Doch auch diese Probleme haben wir schließlich gelöst.
Die vielen Telefonanrufe haben uns z.B. zu interessanten Kontakten geführt. Manchmal half uns der Zufall weiter. Bei einem Ausflug ins Kindermuseum Atlantis führte die Besichtigung einer Baustelle für Kinder uns zu der Firma Claytec, die schließlich unseren Strohlehm lieferte.
Nach zwei Fristverlängerungen konnte der Rohbau Ende Mai fertig gestellt werden. Inzwischen würde uns die Arbeit leichter fallen und wir könnten andere Menschen beraten, die ein ähnliches Projekt umsetzen wollen.

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Die kontinuierliche Arbeit wird dadurch sichergestellt, dass viele Gruppen, vorwiegend Grundschulkinder, über das Jahr verteilt in unser Haus kommen und das Bildungsangebot „Höhlenmenschen“ bei uns wahrnehmen. Die Arbeit an dem Haus wurde als Modul „Wohnen wie in der Steinzeit“ in unser Programm aufgenommen. In diesem Modul erfahren die Teilnehmer/innen etwas über Wohnstätten in der Steinzeit und können sich dabei gleich praktisch erproben.
Die Kinder und Jugendlichen lernen also nicht nur theoretisch etwas über diese Zeit, sondern können praktische Erfahrungen machen und haben an einem „echten“ Haus mitgebaut. Außerdem haben sie die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt mit ihren Eltern, Freunden etc. wiederzukommen und sich „ihr“ Steinzeithaus anzuschauen.
Aufgrund der Rückschläge waren wir nicht immer zuversichtlich, dass wir unser Projekt umsetzen können. Aber dank Durchhaltevermögen, kreativer Ideen und der aktiven Mithilfe vieler Menschen ist doch noch ein Steinzeithaus entstanden. Wir sind froh, dass wir nicht aufgegeben haben und freuen uns auf die zukünftige Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen.
Sie besteht zunächst darin, die dünneren Äste für die Wand aufzustellen, sie mit Hasel oder Weide zu verflechten und anschließend mit einem Lehm-Stroh-Gemisch zu bewerfen.
Die ersten Klassen und Kinder in Ferienfreizeiten konnten sich bereits am Steinzeithaus „austoben“, wie Sie auf den Fotos sehen können. Man sieht deutlich: Die Arbeit am Haus macht ihnen und uns viel Spaß.




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Pressemeldungen

Meldung der NRZ vom 29.09.2007











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