Hasenacker – Das bewegte Leben eines alten Herrensitzes

Vermutet wird, dass die Grafen von Kleve schon vor 600 Jahren auf dem Hasenacker einen befestigten Hof für die Jagd unterhielten.
Fest steht, dass der Hasenacker zunächst ein clevisches und danach ein preußisches Pachtgut war.
Belegen lässt sich auch, dass schon vor 1779 auf dem Hasenacker ein Gebäude stand.

Im Jahr 1778 wurde nämlich Freiherr Adolf Carl von Palland zu Osterveen Eigentümer des Hasenackers.
Er hat 1779 das baufällige Refugium Hasenacker durch einen Neubau ersetzt.
Die Kosten zum Ankauf des Gutes, der Hausbau und eine falsche Einschätzung der Ertragslage führten dazu, dass von Palland sich von dem Gut Hasenacker trennen musste. In einer Eingabe an die Clevische Regierung bat er 1787 darum, das „… adelige Gut Hasenacker“ an den bürgerlichen Bürgermeister Schwartz verkaufen zu dürfen. Er habe sich vor Jahren in Unkenntnis zum Kauf des kleinen, unbeträchtlichen Gutes überreden lassen, obgleich es kaum einen Halbbauern, geschweige denn einen Edelmann ernähren könne.
Auch gehörten zum Gut keine adeligen Privilegien wie Jagdrechte und Dienstherrschaft.
Der Bürgermeister und Justizkommissar Friedrich Schwartz kaufte das Gut 1788. Er war ein Sohn des Sonsbecker Pfarrers Johann Heinrich Schwartz, wurde 1738 in Sonsbeck geboren und ist 1819 auf dem Hasenacker gestorben.
Nach Genehmigung durch den Landrat von Rheinberg ist er auf dem Hasenacker beerdigt worden. Zuvor hatte er der Kirche in Sonsbeck 25 Thaler für einen neuen Friedhof vermacht mit der Bitte, ihm eine Ruhestätte unter den Bäumen des Hasenackers zu gestatten.
Diese liegt auf dem Weg in Richtung Wald auf der rechten Seite. Die alte Grabstätte ist mit einer großen Steinplatte bedeckt, das Grab ist jedoch leer.
Der auf der Grabplatte stehende Grabstein des Hegemeisters Randebroek stammt vom Labbecker Friedhof.

Nach dem Tod des Bürgermeisters Friedrich Schwartz bekam das Gut Hasenacker einen neuen Besitzer. Dieser starb 1844 im Alter von 39 Jahren, der Besitz wurde an den Landwirt und Bürgermeister Bernhard Jordans in Marienbaum verkauft.
1876 wurde der Hasenacker mit einem Teil der umliegenden Ländereien als Forsthaus und Dienstsitz vom preußischen Staat angekauft.
Hegemeister Max Randebroeck wurde der erste Förster auf dem Hasenacker. Er hat die Fischteiche am Forsthaus angelegt, die von den Waldquellen ihre Wasserzufuhr erhielten.
Der letzte Förster auf Hasenacker war Bernhard Artmann, der von 1955 bis 1981 den Tüschenwald zu einem forstlichen Musterrevier umgestaltete und bis 1966 im Forsthaus Hasenacker seinen Dienstsitz hatte. Der beliebte Forstamtmann starb kurz nach der Pensionierung plötzlich im Alter von 65 Jahren.

Nach dem Auszug des letzten Försters kamen für ca. 2 Jahre Minenräumer ins Forsthaus, bevor 1968 die Jugendorganisation „Die Falken“ aus Gelsenkirchen das Haus übernahm und es zwei Jahre später an die Herner Falken weitergaben.
Aus dieser Organisation heraus entstand das Bildungs- und Freizeitwerk Herne e.V. das seit 1974 Träger des „Forsthaus Hasenacker“ ist.
1974 wurde der erste Anbau in Auftrag gegeben, 1986 wurde der zweite Anbau fertig gestellt.
Im Jahr 1990 wurde der Altbau unter Denkmalschutz gestellt.

Das Forsthaus Hasenacker wurde 1990 als Jugendbildungsstätte vom Land NRW anerkannt.


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